Februar 2015

Eine Bodensee-Umrundung mit unserem Grabner-Kajak

Traumhafte Paddeltour

Eine Bodensee-Umrundung mit unserem Grabner-Kajak

Ist so eine vieltägige Reise mit dem Kajak etwas für uns? Wir wollten im Herbst 2013 letzte Zweifel ausräumen und die Ausrüstung einem ersten Yukon-Test unterziehen. Deswegen haben wir mit unserem Grabner-Kajak den Bodensee umrundet. Und um es vorwegzunehmen: es war grandios. Wir wollen Euch zwischendurch diese Episode einiger traumhaft-sonniger Paddel-Tage nicht vorenthalten.

Reportage: Drei-Länder-Reise auf dem Bodensee

Sturm, Starkregen und Wellengang. Vor den möglichen Gefahren auf dem Bodensee haben uns viele gewarnt. Wir haben uns also gewappnet – Signalraketen, Warnblitzer und Rettungswesten sind am Mann. Und dann macht uns plötzlich etwas zu schaffen, was wir nicht erwartet hatten: Flaute, völlige Windstille.

Wir wollen mit unserem Grabner-Riverstar samt aufmontierter Trimaran-Beseglung den Bodensee umrunden, an drei Ländern und idyllischen Städten wie Bregenz, Lindau oder Konstanz vorbei. Mit Zelt und Ausrüstung in wasserdichten Packsäcken an Bord, und einer ordentlichen Portion Abenteuerlust.

Unser Startpunkt ist Friedrichshafen im Nordwesten, doch von Anfang an können wir wegen der Flaute nicht segeln. Also tauchen wir stattdessen unsere Paddel ein ums andere Mal in das kristallklare türkisfarbene Wasser. Während wir uns auf diese Weise eins ums andere Mal langsam in Richtung Tagesziel schieben und an Segelschiffen und Sportbooten vorbeifahren, nehmen die emporragenden majestätischen Alpen am Ostufer unseren Blick gefangen.

Als unsere Arme und Hände am späten Nachmittag schon etwas schmerzen, zeigen sich langsam die Umrisse Lindaus am Horizont. Die Luft flirrt noch vom heißen Spätsommertag, und wir laufen im Innenhafen ein. Links schaukeln die Jollen, rechts zeigt sich die pittoreske Altstadt. Alles ist gehüllt in warme Farben, die ein Postkartenfotograf kaum kitschiger hätte auftragen können. Wir gehen beim heimischen Kanuclub an Land, holen unser Boot aus dem Wasser und bauen unser Zelt auf. Es ist geschafft – und wir sind geschafft. Es gibt heiße Würstchen auf dem Campingkocher, die heute kaum besser schmecken könnten. 


Die Kanuvereine am Bodensee liegen sehr zentral und sind gastfreundlich. Hier gibt es immer eine warme Dusche und Menschen, die auch Nicht-Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite stehen. So lernen wir Urs aus dem schweizerischen Romanshorn kennen, der seine Kanuschüler beim Polo beobachtet und mit dem wir über den Bodensee philosophieren. Oder den Lebenskünstler Ralf, dessen Leben aus Luft und Liebe zu bestehen scheint.

Unsere Tage in diesem August folgen derweil einem Muster: Morgens Müsli und Dusche, das Gepäck sicher verstauen und dann wieder auf den Bodensee – immerhin der größte deutsche Binnensee. Tagsüber paddeln wir entspannt 20 bis 30 Kilometer und genießen das Wasser, während wir abends Land und Leute kennenlernen (oder früh schlafen gehen). So wie in Lindau, Bregenz, schließlich auch Konstanz im Westen, wo wir umhüllt von lauwarmer Seeluft die Altstadt besichtigen und dann an der Hafenpromenade sitzen, während um uns herum die Menschen mit Wein und Brot den Tag ausklingen lassen. 


Es gibt aber auch einige Herausforderungen: Etwa dann, wenn aus der Flaute ein böiger Wind wird, das Boot etwas Schräglage bekommt und wir, weit außen sitzend, über Stunden segelnd den Kurs halten. Oder dann, wenn wir bei Konstanz ein Stück in den schnellfließenden Rhein paddeln, während direkt hinter uns die großen Personenfähren ablegen. Bei schlechterer Sicht zu navigieren, an schwierigen Stellen anlegen und ablegen zu müssen oder mit dem Wellengang anderer Schiffe umzugehen gehört auch dazu. Die Sonne im Süden unterschätzen wir dafür nur ganz zu Anfang, als sich unsere Gesichtsfarbe der unseres signalroten Bootes bedenklich angenähert hat.

Und überhaupt, mit Seetauglichkeit, Abenteuerlust, etwas Geschick, beherzten Paddelschlägen und verlässlichen Wettervorhersagen lässt sich die Bodensee-Umrundung gut meistern. In der Erinnerung haben wir bis heute die einzigartigen Momente, die nach Fotoeinsatz des wasserdicht verpackten iPhones rufen. Wenn stolze Segelschiffe an uns vorüberziehen. Wenn wir am palmengesäumten Ufer der Blumeninsel Mainau vorbeipaddeln oder das historische Weltkulturerbe der Unteruhldinger Pfahlbauten von Wasser aus besichtigen, oder sich die Konstanzer Imperia-Statue bei der Einfahrt in den Hafen vor dem Sonnenuntergang abzeichnet. 


Nach vielen Kilometern und mancherlei kleineren Blessuren an Rücken, Händen und Armen nehmen wir nach einer Paddel-Woche und zwei Tagen Pause an Land schließlich wieder Kurs auf Friedrichshafen. Und während über uns ein Zeppelin seine Bahnen zieht, nähern wir uns dieser Stadt wieder auf magische Weise, wie es nur eine Reise auf dem Wasser erlaubt.

FOTOS: YUKON2015.DE (13), WIKIPEDIA COMMONS (1)

 

 

 

To explore priorities and our equipment, we made a great tour in autumn 2013 where we circumvented the Bodensee lake in southern Germany. The conditions were very welcoming and we had wonderful days on the water and in cities such as Lindau and Konstanz. Most important, our boat mastered all challenges. And we, we have been overwhelmed with emotion by such a great lake tour. Summary: Yukon, here we come…


 
Die boot 2015 in Düsseldorf: Eine kleine Messe-Nachlese

Die boot 2015 in Düsseldorf: Eine kleine Messe-Nachlese

Was ist der Anlaufpunkt schlechthin für den Wassersport in Deutschland? Natürlich die „boot“ in Düsseldorf. Vergangenes Wochenende haben wir uns dort acht Stunden lang umgesehen. Angesichts der 17 Hallen und 1.741 Aussteller war es kein leichtes Unterfangen, dort für unsere Yukon-Tour an alle richtigen Ansprechpartner und Informationen zu kommen. Hier einige spannende Schnipsel als Messe-Nachlese, womit wir uns beschäftigt und wen wir getroffen haben.

Gelbe Schwimmleinen

Eine Schwimmleine ist eine Leine, die schwimmt. Soweit nicht überraschend. Wir sind aber überzeugt, dass wir mit jeweils 15 Metern längere Leinen als unsere bisherigen brauchen, um unser Boot bei schwierigeren Bedingungen festmachen zu können. Beispielsweise dann, wenn der nächste Baum oder Stein weit weg ist. Falls wir kentern sollten, können wir die Schwimmleinen außerdem besser greifen und das Boot ans Ufer ziehen.

Mit Holzboot über den Yukon

Im vergangenen Jahr haben wir sie kennengelernt, jetzt waren sie erneut da: Manfred Schröter und Joachim Kreuzer. Die beiden haben mit ihrem „New Historical Adventure“ ein Wahnsinns-Abenteuer hinter sich: Sie sind mit einem selbstkonstruierten Holzboot und in Pelzhändler-Kluft über den Yukon gefahren (wir haben im April schon einmal darüber geschrieben). Es war toll, die beiden wiederzutreffen. Und nebenbei haben wir uns über viele praktische Dinge ausgetauscht.

Außerdem haben wir die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, das Aufnahmegerät zu zücken und mit den beiden ein Gespräch zu führen. Über ihre Erlebnisse, die Höhepunkte der Tour und vieles mehr. Hört mal rein – und entschuldigt die optimierbare Tonqualität, die Messehalle war voll und laut. 🙂

Survival-Kit

Dass wir unser Satellitengerät Inreach Explorer immer am Mann und in der Rettungsweste haben wollen, ist sowieso klar. Nun haben wir unseren Plan noch erweitert: In den großen Taschen unserer Palm Kaikoura-Westen sollte auch immer ein Kit zum Entzünden eines Lagerfeuers sein. Denn wenn wir wirklich einmal ausgekühlt sein sollten, ist schnelle Wärme wünschenswert und notwendig. Darüber hinaus wollen wir eine kleine wasserdichte Kiste mit dem Notwendigsten packen. So haben wir im Fall der Fälle zumindest den Reisepass mit dem hart erkämpften Visum, die Flugtickets und ähnliches bei uns.

Titan-Töpfe

Wegen der durchschnittlichen Beladungsmöglichkeit unseres Grabner Riverstar versuchen wir, an jeder Ecke an Gewicht zu sparen. Gusseiserne Töpfe schieden deswegen von vornhinein aus. Und da Aluminium alzheimerauslösend sein soll, wollten wir damit bei so vielen Kochvorgängen auch nicht in die Wertung gehen. Am Ende blieben Titan-Töpfe übrig, die wir schließlich nicht auf der Messe, sondern bei Amazon gekauft haben. Der 5,8-Liter-Topf von Evernew kostet schlanke 160 Euro plus 30 Euro Zollgebühren, hat uns aber überzeugt. Vom Lagerfeuer-Test haben wir direkt ein kurzes Video gemacht. PS: Der Topf muss immer von Flammen umgeben sein, sonst wartet man sich einen Wolf…

Action-Kameras

Dass wir unsere Yukon-Tour angemessen dokumentieren wollen, dürftet Ihr anhand der Existenz dieses Blogs bemerkt haben. Auf der boot waren nun mehrere Action-Cam-Hersteller vertreten, darunter GoPro und Rollei. Insgesamt waren wir von der Halle mit der „Water Pixel World“ aber enttäuscht, da sie auf wenige Stände beschränkt war. Inhaltlich überzeugt hat uns GoPro, die mit ihrer aktuellen Cam-Version Hero 4 vor Ort waren. Full HD, tolle Bilder, wasserdicht, Floater, verschiedene Befestigungssysteme und eine hervorragende Beratung. Am Ende wird es jetzt aber wohl doch eine andere Action-Cam werden, dazu bald mehr.

Ausrüstung für Regen

Natürlich haben wir auch beim Essener Bootsspezialisten Zölzer vorbeigeschaut. Immerhin sind deren Mannen in diesen Tagen dabei, uns Persenning und Spritzschutzdecken für unser Grabner-Boot hoffentlich liebevoll anzufertigen. Wir haben auch gleich noch Hallo gesagt zu Firmengründer Heinz Zölzer. Außerdem haben wir dort unter anderem Neopren-Handschuhe sowie quietschbunte Südwester für stark anhaltenden Regen gekauft. Erfreuliche Bilanz: die Ausrüstung komplettiert sich so langsam.

+++ Unser Messe-Fazit der boot 2015 +++

Zahlen des Tages:

11.234 gemachte Schritte auf dem Messegelände (laut iPhone-Messung). 10,36 Euro für Haribo-Frösche, süße Himbeeren und Schokoladenstückchen. 1 leckeren Kaffee am Stand von Manfred und Joachim.

Fehler des Tages:

Wie schon im Vorjahr kaum etwas zu essen und zu trinken eingepackt zu haben. Und dann vor lauter interessanten Gesprächen wieder völlig zu dehydrieren. Danke an die Raststätte bei Köln für die nächtliche Aufpäppelung…

Offene Frage des Tages:

Wieso bezahlt man satte 20 Euro Eintritt für eine Messe, bei der es vor allem um den Verkauf von Produkten geht?

Beantwortete offene Frage des Tages:

Weil man nirgendwo sonst auf so engem Raum eine so unfassbare Vielzahl an Informationen, Ausrüstungsteilen und Ansprechpartnern findet.

FOTOS: YUKON2015.DE (1), BOOT DÜSSELDORF (1)

 

 

 

Last week, we paid a visit to the world’s largest boat trade fair based in Duesseldorf. We had numerous aspects on our To-do lists such as fish hooks, neoprene gloves, swimming boat ropes, rain gear and action cams. The day at the „boot“ was a full success as there is probably no place one earth where you can find so many exhibitors and so many different water sports related topics. We bought some pieces of equipment and also stopped by on this day at some shops and spoke to people we already know. You can find the website of the boot trade fair here, if you like.


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